Gotthardpass - Südseite

Val Tremola - Auffahrt bei Wintersperre

Ausgangsort: Airolo (893m)

Unmittelbar nach Airolo geht es in die Steigung des Gotthardpasses.
Wir wählen die alte Passstraße, fahren auf Kopfsteinpflaster aufwärts. Absolut kein Verkehr, die Straße gehört uns allein (Pkws und Motorräder benützen die neue Bundesstraße oder gar den Autobahntunnel) ein herrliches Gefühl.

Etwa in der Mitte der Auffahrt beginnt der ehemalige Römerweg durchs Val Tremola. Die Straße ist noch ursprünglich und daher noch durchgehend mit Kopfsteinpflaster belegt. Abenteuerlich schön sind die 24 Kehren durchs enge Tal gelegt.

Ein Verkehrsschild taucht auf, weist uns darauf hin, dass die Straße noch gesperrt ist. Beim Abzweig verperrt uns eine Schranke den Weg. Wir rätseln was zu tun sei. Schneller Entschluss, das Abenteuer lockt, wir werden versuchen uns durchzuschlagen.

Mit bis zu 10 % aufwärts, linker hand noch Schnee, die weißen Zungen bedecken halb die Straßenbreite, kleine und größere Steinbrocken liegen auf der unebenen Kopfsteinstrecke. Rechts stehen runde Begrenzungssteine aus Granit, markieren den abfallenden Berghang.

Der kleinste Gang ist aufgeschaltet, langsam die sich windende Straße aufwärts, die erste Kehre kommt und tatsächlich ist sie voll mit Schnee. Wir steigen ab, tragen die Räder über die harschige Schneedecke, wieder in den Sattel, kurz gerade aufwärtsradeln bis zur nächsten Kehre ...
Der Gotthard wird fahrend und Räder tragend bezwungen, je höher wir kommen um so kürzer werden die Fahrtstrecken dafür um so länger die Tragestrecken.

Endlich rechts ein Betriebsgebäude der Straßenmeisterei. Bis hierhin war von oben eine Schneefräse tätig, die Straße ist nun frei, links und rechts die weißen hohen Schneemauern, das Blau des Himmels gibt einen herrlichen Kontrast.

Hochstimmung auf den letzten Metern, wir sind nach 24 Kehren oben auf 2108 Metern, sind auf dem Gotthardpass.